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Hessenreport 2016: Überdurchschnittliches Wachstum für hessische Wirtschaft prognostiziert



Tarek Al-Wazir (Foto: HMWEVL)
Tarek Al-Wazir (Foto: HMWEVL)

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat am 6. Februar den Hessenreport 2016 der HA Hessen Agentur GmbH vorgestellt. Für Hessen wird ein mittleres Wachstum der preisbereinigten Bruttowertschöpfung (BWS) von 1,7 Prozent pro Jahr von 2015 bis 2030 berechnet. Damit wird in Hessen ein höheres Wachstum erwartet als in Deutschland, für das mit einem mittleren Wachstum von 1,5 Prozent jährlich zu rechnen ist. Hervorzuheben ist, dass Hessen dadurch einen Teil der schwächeren Entwicklung gegenüber Deutschland zwischen 2000 und 2015 ausgleichen kann.

 

Unter den Branchen in Hessen wird das höchste Wachstum der preisbereinigten BWS für das Verarbeitende Gewerbe mit durchschnittlichen jährlich Zuwachsraten von 1,9 Prozent prognostiziert. Es folgen mit je 1,8 Prozent die beiden Wirtschaftsabschnitte Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation.

 

In regionaler Betrachtung unterscheidet sich die prognostizierte Wirtschaftsentwicklung in den drei Regierungsbezirken Darmstadt (+1,6%), Gießen (+1,7 Prozent) und Kassel (+1,7 Prozent) kaum. Wie die Wirtschaftsprognose zeigt, wird der Bedarf an Fachkräften auch in Zukunft hoch bleiben. Unter Status-Quo-Bedingungen können sich aber schon in wenigen Jahren Engpässe auf den regionalen Arbeitsmärkten in Hessen abzeichnen. Dabei dürfte in Mittel- und insbesondere Nordhessen das Arbeitsangebot zunehmend nicht mehr ausreichen, um die Arbeitsnachfrage zu befriedigen.

 

Hessische Wirtschaftskraft ist auf Top-Niveau

 

Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und die hessische Wirtschaftskraft ist im Bundesvergleich auf Top-Niveau und wird sich bis zum Jahr 2030 voraussichtlich besser als der Bundesdurchschnitt entwickeln.

 

"Unsere Unternehmen sind wettbewerbsfähig wie nie. Und die Beschäftigten in Hessen profitieren davon", so Al-Wazir. "Im Durchschnitt stieg der Jahresverdienst zwischen 2013 und 2015 in Hessen um 1.700 Euro an. Der Aufschwung kommt also bei den Hessinnen und Hessen im Portemonnaie an." Auch im Jahr 2016 kam es zu weiteren Reallohnsteigerungen.

 

In Hessen blickte man im letzten Monat auf die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Januar seit 24 Jahren zurück. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,4 %. Hessen belegt damit gemeinsam mit Rheinland-Pfalz Platz 3 im Ländervergleich. Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, prognostiziert für 2017 einen weiteren Aufwärtstrend bei der Erwerbstätigkeit und weniger Arbeitslose in Hessen. "Die konjunkturelle Entwicklung ist weiter aufwärts gerichtet. Die Stellenmeldungen der Betriebe sind kontinuierlich auf einem hohen Niveau, auch wenn die Dynamik am Arbeitsmarkt zuletzt leicht nachgelassen hat", so Martin. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr die Marke von 2,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen knacken werden." 

 

In keinem anderen Flächenland ist das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen so hoch wie in Hessen. Im Vergleich aller Bundesländer liegt Hessen auf Platz 2 hinter dem Stadtstaat Hamburg. "Das ist ein starkes Argument für Hessen. Unternehmen, die sich in Deutschland gründen oder niederlassen, finden hier top ausgebildete und leistungsstarke Arbeitnehmer", so der Minister.

 

Das BIP je Erwerbstätigen (2015) ist in Hessen mit 78.790 Euro das höchste aller Flächenländer

 

Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen. Laut Hessenreport wird sich die Bruttowertschöpfung in den Jahren 2015 bis 2030 im Schnitt um 1,7 Prozent pro Jahr erhöhen. Das ist ein etwas stärkeres Wachstum als es für Deutschland prognostiziert wird (+1,5 Prozent). "Wir haben zudem in den vergangenen beiden Jahren bewiesen, dass ein solches Wachstum auch ohne steigenden Energieverbrauch machbar ist." Al-Wazir verwies auf die gestiegene Energieproduktivität hessischer Unternehmen. "Noch nie wurde mit jeder eingesetzten Kilowattstunde Energie so viel produziert und erwirtschaftet wie im vergangenen Jahr."

 

Dabei unterscheidet sich die prognostizierte Entwicklung in den drei Regierungsbezirken Darmstadt (+1,6%), Gießen (+1,7 Prozent) und Kassel (+1,7 Prozent) kaum. Aufgrund des gleichmäßigen Wachstums bleibt auch die Verteilung der Bruttowertschöpfung auf die drei Bezirke bis zum Jahr 2030 weitgehend konstant. Auf Darmstadt entfallen rund 71 Prozent, auf Gießen 13 Prozent und auf Kassel rund 16 Prozent. "Das bedeutet nicht, dass die Beschäftigten in Nordhessen weniger leisten als im Süden", so der Minister. "Im Gegenteil: Die Arbeitsproduktivität ist im Regierungsbezirk Kassel sogar höher als im Regierungsbezirk Darmstadt. Vielmehr zeigt sich darin die nach wie vor unterschiedliche Verteilung der Arbeitsplätze im Land."

 

Definition: Bruttowertschöpfung

 

Die Bruttowertschöpfung ergibt sich aus dem Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen (Produktionswert), abzüglich des Werts der Vorleistungen (z.B. Vorprodukte, Rohstoffe) und wird – anders als das Bruttoinlandsprodukt – auch für einzelne Wirtschaftsbereiche ausgewiesen. 

 

Getragen wird die prognostizierte positive Entwicklung insbesondere durch das Verarbeitende Gewerbe sowie durch Unternehmens- und Finanzdienstleistungen. "Während diese Branchen durch die Banken- und Finanzkrise besonders stark getroffen wurden, tragen sie in den kommenden Jahren verstärkt zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung bei", so der Minister. Öffentliche Dienstleister, aber auch der Erziehungs- und Gesundheitsbereich werden sich laut Hessenreport nicht im selben Tempo entwickeln. Weil diese Bereiche deutlich weniger von der konjunkturellen Entwicklung abhängen, haben sie allerdings während der Krise zu einer erheblichen Stabilisierung geführt. "Daran zeigt sich, dass wir einen gesunden Mix in Hessen haben."

 

Fachkräftebedarf wird hoch bleiben

 

Wie die Wirtschaftsprognose zeigt, wird der Bedarf an Fachkräften auch in Zukunft hoch bleiben. In allen drei Landesteilen ist zunächst noch mit einer Zunahme des Arbeitskräfteangebots zu rechnen. So dürfte im Jahr 2020 die Zahl der Erwerbspersonen in Südhessen um 7,1 %, in Mittelhessen um 4,0 % und in Nordhessen um 2,9 % höher liegen als im Jahr 2014. Während für Südhessen auch nach dem Jahr 2020 weiterhin von einem hohen Erwerbspersonenniveau auszugehen ist, werden in Mittel- und Nordhessen ab dem Jahr 2020 die Erwerbspersonenzahlen voraussichtlich sinken. Für 2030 werden für den Regierungsbezirk Darmstadt fast 100.000 Erwerbspersonen bzw. 4,8 % mehr als 2014 vorausgeschätzt, für Mittelhessen ergibt sich ein Minus von 22.000 Personen (-4,2 %) und für Nordhessen ein Rückgang um 43.000 Personen (-7,2 %). Damit zeichnet sich in Nordhessen bereits ab dem Jahre 2020 und in Mittelhessen ab etwa 2025 ein zunehmendes Fachkräftedefizit ab.

 

Übergang von Schule in Beruf muss funktionieren

 

Bereits heute gibt es Engpässe bei wichtigen Berufsgruppen, stellt Dr. Martin fest: "Es fehlen bereits jetzt Beschäftigte nicht nur in der Altenpflege und bei Erziehern, sondern es mangelt auch an Klempnern, im Bereich der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, Maschinenbauern und Fachkräften in der Chemiebranche". Umso wichtiger sei es, an den bereits in der Vergangenheit formulierten Zielen und Handlungsfeldern festzuhalten: "Wir müssen weiterhin daran arbeiten, dass der Übergang von der Schule in den Beruf funktioniert und weniger junge Menschen in den Übergangssystemen oder ohne Ausbildung in der Arbeitslosigkeit landen. Obwohl sich in den letzten Jahren die Erwerbsbeteiligung von Frauen, älteren Arbeitnehmern und Menschen mit Behinderungen erhöht hat, ist noch Luft nach oben. Die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen und die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sind zusätzliche Herausforderungen, denen wir uns stellen". Wirtschaftsminister Al-Wazir kündigte an, mit gezielten Programmen die Attraktivität insbesondere des ländlichen Raumes weiter zu erhöhen. "Wir werden unsere Anstrengungen in den kommenden Jahren weiter verstärken, um zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Fachkräftesicherung beizutragen", so der Minister.

 

Download als PDF: Studie Hessenreport 2016 oder Kurzfassung.


Die HA Hessen Agentur GmbH ist die Dienstleistungsgesellschaft des Landes. Sie setzt Projekte, Kampagnen und Förderaktivitäten um und fungiert zudem als Berater und „Think Tank“. Ihr Kernziel ist die bestmögliche Unterstützung des Landes Hessen und anderer öffentlicher Institutionen bei der Erreichung ihrer Ziele im Rahmen der hessischen Wirtschaftsförderung. Die HA Hessen Agentur GmbH führt die Maßnahmen zum Tourismus- und Kongressmarketing im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung durch. Die Maßnahmen werden kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung „Investition in Ihre Zukunft“ der Europäischen Union. Weitere Informationen finden Sie unter www.hessen-agentur.de 

 
 

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Pressestelle
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