Chemieagenda 2045

Wirtschaftsminister Mansoori: „Die chemische Industrie ist industrieller Kern unseres Landes."

Hessen und VCI Hessen fordern konkrete Schritte zur Stärkung des Chemiestandorts.

Die chemische Industrie ist eine Schlüsselbranche für den Industriestandort Deutschland, gerade auch in Hessen. Sie steht am Anfang zahlreicher Wertschöpfungsketten, sichert gute Arbeitsplätze und ist unverzichtbar für Innovation, Transformation und strategische Souveränität. Umso ernüchternder ist, dass die Ergebnisse des Bundesprozesses zur Chemieagenda 2045 hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Hessen hat sich deshalb gemeinsam mit anderen Ländern in einem Schreiben an den Bund gewandt und deutlich gemacht: Angesichts des hohen Drucks auf die Branche reicht es nicht, Perspektiven für das Jahr 2045 zu formulieren. Es braucht jetzt wirksame Entscheidungen, damit Produktion, Investitionen und industrielle Kompetenz in Deutschland gehalten werden können.

Der Hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori sagte: „Die chemische Industrie ist kein Nebenschauplatz, sondern industrieller Kern unseres Landes. Wenn Produktionsverlagerungen, Investitionszurückhaltung und Standortschließungen zunehmen, dann ist das ein Alarmsignal. Die Chemieagenda 2045 benennt Herausforderungen, bleibt in den entscheidenden Punkten aber zu vage und zu unverbindlich. Wir brauchen jetzt einen echten Kurswechsel für mehr Wettbewerbsfähigkeit: mit bezahlbarer Energie, weniger regulatorischer Last und schnelleren Verfahren.“

Aus Sicht Hessens muss die Bundesregierung den begonnenen Prozess deshalb zügig nachschärfen und gemeinsam mit Ländern, Unternehmen und Sozialpartnern verbindlich weiterentwickeln. Dazu gehören vor allem international wettbewerbsfähige Strom- und Gaspreise, eine spürbare Reduzierung regulatorischer Belastungen sowie ein konsequenter Abbau bürokratischer Hürden.

Sula Lockl, Geschäftsführerin des VCI Hessen dazu: „Seit 2021 verzeichnen unsere Unternehmen rückläufige Umsätze. Die Produktion geht deutlich zurück, Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Wenn wir nicht weiter industrielle Substanz verlieren wollen, brauchen unsere Unternehmen kurzfristig spürbare Entlastungen. Die Chemieagenda darf kein wohlklingendes Zukunftsversprechen bleiben – sie muss jetzt Wirkung entfalten. Hessen zeigt, dass Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft funktioniert. Nun erwarten wir vom Bund denselben Anspruch an Tempo, Präzision und Verbindlichkeit.“

Der VCI Hessen vertritt die industriepolitischen Interessen von 250 Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Hessen.

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laenderschreiben_chemieagenda_bmin.pdf (PDF/484.1 KB)