Industriepolitik für Nordhessen: starke Standorte weiterentwickeln, neue Investitionen ermöglichen
Industriepaket Hessen bildet gemeinsamen Rahmen von Land, Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretungen
Landesregierung setzt sich für langfristige Perspektive von Volkswagen in Baunatal ein. Defence Hub Nordhessen steht für rund 262 Millionen Euro Investitionen und perspektivisch für mehr als 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze.
Mit der neuen Gigawatt-Fabrik in Niestetal setzt SMA Solar Technology ein klares Signal für den Industriestandort Nordhessen und schafft dort über 200 neue, zukunftssichere Arbeitsplätze im Bereich der nachhaltigen Energietechnologie. Diese private Großinvestition stärkt die Region als führenden Innovationsknotenpunkt für die globale Energiewende und beweist die enorme Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Nordhessen gehört zusammen mit dem Rhein-Main-Gebiet zu den wichtigsten Industrieregionen in Hessen. Die Landesregierung setzt deshalb darauf, bestehende industrielle Standorte weiterzuentwickeln und zugleich neue Wertschöpfung in der Region aufzubauen. Zu den industriepolitischen Schwerpunkten der Landesregierung in Nordhessen zählen neben der Flankierung solcher zukunftsweisenden Großprojekte das Engagement für die Beschäftigten bei Volkswagen und die Investitionen in den Defence Hub Nordhessen. Den Rahmen bildet das Industriepaket Hessen, das im Industrietrialog gemeinsam mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen vereinbart wurde.
„Nordhessen ist eine starke Industrieregion und soll es bleiben. Dafür müssen wir bestehende Standorte weiterentwickeln und neue Investitionen in die Region holen. In Baunatal haben die Beschäftigten gezeigt, dass sie Wandel können. Das Werk hat wichtige Kompetenzen bei E-Antrieben und braucht eine belastbare Perspektive über 2030 hinaus. Gleichzeitig entstehen mit dem Defence Hub in Kassel und Calden neue Chancen für industrielle Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze“, sagte Mansoori.
Industriepaket gibt den gemeinsamen Rahmen
Mit dem im April vorgestellten Industriepaket Hessen haben sich das Land sowie Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaft und Beschäftigten auf ein konkretes Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre verständigt. Dazu gehören bessere Bedingungen für industrielle Investitionen, der Ausbau notwendiger Infrastruktur und die gezielte Entwicklung neuer Technologien und Wertschöpfungsketten.
In Nordhessen wird anschaulich, welche Wirkung dieser landesweite Plan für eine erfolgreiche hessische Industrie regional entfalten kann. Bestehende Industrieunternehmen sollen bei Investitionen und der Weiterentwicklung ihrer Standorte unterstützt werden. Gleichzeitig gilt es, neue Unternehmen und zusätzliche Wertschöpfung nach Nordhessen zu holen. Der im Industriepaket vorgesehene Innovationshub Mobility & Defence ist dafür ein Baustein.
Perspektive für Volkswagen in Baunatal
Eine besondere Bedeutung hat das Volkswagenwerk in Baunatal. Der Standort ist einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber der Region und verfügt über zentrale Kompetenzen bei elektrischen Antrieben. Ab 2029 sollen dort Antriebe für die nächste Fahrzeuggeneration des Konzerns gefertigt werden. Die Landesregierung setzt sich gegenüber Volkswagen für eine langfristige Perspektive des Standorts ein und steht dazu im Austausch mit Unternehmensleitung, Betriebsrat und Beschäftigten. Aus Sicht des Landes muss frühzeitig geklärt werden, welche weiteren Produkte und Investitionen Baunatal auch über die bereits getroffenen Entscheidungen hinaus für die Zeit nach 2030 erhält.
Defence Hub bringt neue industrielle Wertschöpfung
Mit dem Defence Hub Nordhessen kommt zugleich neue industrielle Entwicklung nach Kassel und Calden. Rheinmetall plant dort Investitionen von insgesamt rund 262 Millionen Euro. Vorgesehen sind ein neues Logistik- und Trainingszentrum sowie ein Drohnen-Testzentrum am Flughafen Kassel-Calden. Der bestehende Standort in Kassel soll zudem modernisiert und erweitert werden. Damit verbunden ist die Perspektive für mehr als 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Das Land will die Investitionen im Rahmen der rechtlichen und haushalterischen Möglichkeiten mit bis zu 25 Millionen Euro unterstützen und die notwendigen Verfahren eng begleiten. Der Defence Hub ist zugleich der nordhessische Knotenpunkt des im Industriepaket angelegten Themenfelds Mobility & Defence. Weitere Unternehmen sowie Akteure aus Wissenschaft und Forschung sollen in die Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten einbezogen werden.