Hessen stärkt nachhaltige Flugkraftstoffe als Zukunftstechnologie
Eine neue Marktanalyse des Kompetenzzentrums für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr (CENA Hessen) zeigt, dass die europäischen Beimischungsquoten für Sustainable Aviation Fuels (SAF) bis 2030 voraussichtlich erreicht werden können.

- Neue CENA-Studie analysiert Entwicklung des weltweiten SAF-Marktes
- Hessen fördert bereits Pilot- und Demonstrationsanlagen für nachhaltige Flugkraftstoffe
- Minister Mansoori: Innovation, Wertschöpfung und Klimaschutz gemeinsam voranbringen
Der Hochlauf nachhaltiger Flugkraftstoffe bleibt eine der zentralen Zukunftsaufgaben für die Luftfahrt. Eine neue Marktanalyse des Kompetenzzentrums für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr (CENA Hessen) zeigt, dass die europäischen Beimischungsquoten für Sustainable Aviation Fuels (SAF) bis 2030 voraussichtlich erreicht werden können. Für die Zeit danach besteht jedoch erheblicher Handlungsbedarf beim Ausbau von Produktionskapazitäten und Investitionen. Hessen unterstützt diesen Weg bereits heute gezielt mit der Förderung innovativer Projekte und Technologien.
Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori erklärte: „Wer den Luftverkehr der Zukunft mitgestalten will, muss heute in neue Technologien investieren. Genau das tun wir in Hessen. Mit der Förderung nachhaltiger Flugkraftstoffe stärken wir industrielle Wertschöpfung, schaffen gute und zukunftsfähige Arbeitsplätze und sichern die Wettbewerbsfähigkeit eines der bedeutendsten Luftverkehrsstandorte Europas. Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke sind für uns keine Gegensätze, sondern gehören zusammen.“
Hessen setzt auf Innovation und industrielle Wertschöpfung
Alternative Flugkraftstoffe gelten insbesondere auf Mittel- und Langstrecken als wichtiger Baustein für einen klimafreundlicheren Luftverkehr. Gleichzeitig eröffnen sie neue Chancen für industrielle Wertschöpfung und technologische Entwicklung.
Hessen unterstützt deshalb gezielt sogenannte First-Mover-Projekte. Dazu zählen unter anderem die Pilotanlage „GERMANY I“ von CAPHENIA sowie die Demonstrationsanlage „ERA ONE“ von INERATEC im Industriepark Frankfurt-Höchst. Ziel ist es, neue Verfahren schneller aus Forschung und Entwicklung in die industrielle Anwendung zu bringen.„Innovation entsteht nicht allein im Labor. Entscheidend ist, dass neue Technologien den Weg in die industrielle Praxis finden. Mit unserer Förderung helfen wir dabei, diesen Schritt zu ermöglichen und stärken Hessen als Standort für Zukunftstechnologien und moderne Industrie“, so Mansoori.
Neue Studie zeigt Herausforderungen beim Markthochlauf
Der jetzt veröffentlichte „CENA SAF-Outlook 2026: Mengen, Rohstoffe und Resilienz“ untersucht die Entwicklung des globalen, europäischen und deutschen SAF-Marktes. Betrachtet werden Produktionsmengen, Rohstoffe, Technologien und regulatorische Rahmenbedingungen.
Die Analyse zeigt, dass insbesondere bei synthetischen Kraftstoffen auf Basis erneuerbarer Energien, sogenannten E-SAF, der Markthochlauf langsamer verläuft als ursprünglich erwartet. Gründe sind hohe Investitionskosten, regulatorische Unsicherheiten und fehlende Marktanreize.
Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH, betont: „Die Produktionsanlagen für alternative Flugkraftstoffe in Frankfurt zeigen beispielhaft, wie innovative Technologien aus Forschung und Entwicklung in industrielle Anwendungen überführt werden können. Damit positioniert sich Hessen frühzeitig in einem strategisch wichtigen Zukunftsfeld der Luftfahrtindustrie.“
Deutschland und Hessen können Vorreiterrolle einnehmen
Die Studie zeigt zugleich, dass Deutschland im internationalen Vergleich bereits heute einen besonderen Schwerpunkt auf synthetische Kraftstoffe legt. Mehr als die Hälfte der angekündigten Produktionsmengen für das Jahr 2030 entfallen auf E-SAF.
Für Hessen bietet diese Entwicklung die Chance, seine starke Luftverkehrs-, Energie- und Industrielandschaft miteinander zu verbinden. Mit dem Flughafen Frankfurt, innovativen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen verfügt das Land über gute Voraussetzungen, um eine führende Rolle beim Aufbau einer nachhaltigen Luftfahrt einzunehmen. Hier geht es zum Ausblick.
Hintergrund
Sustainable Aviation Fuels (SAF) sind nachhaltige Flugkraftstoffe, die aus biogenen Reststoffen oder mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt werden. Sie gelten als wichtiger Baustein für die Verringerung von Treibhausgasemissionen im Luftverkehr. Die Europäische Union hat mit der ReFuelEU-Aviation-Verordnung verbindliche Beimischungsquoten eingeführt, die schrittweise ansteigen. Der „CENA SAF-Outlook 2026“ analysiert regelmäßig die Entwicklung der globalen Produktionskapazitäten sowie die dafür notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Quelle: Hessen stärkt nachhaltige Flugkraftstoffe als Zukunftstechnologie | Hessen Wirtschaft