BMEL-Förderaufruf Elektrosynthese biogener Rohstoffe

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat einen neuen Förderaufruf veröffentlicht, der die Forschung und Entwicklung zur elektrochemischen Umwandlung von Biomasse vorantreiben soll.

Biomasse stellt für die industrielle Erzeugung von Stoffen und Produkten kurz- und mittelfristig die einzige erneuerbare Kohlenstoff-Quelle dar, die eine große Vielfalt an Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen und damit die erforderliche Bandbreite materieller Eigenschaften mitbringt. Bei dem als Alternative diskutierten CO2 müssten diese Bindungen erst unter hohem Energieeinsatz erzeugt werden. Biomasse ist deshalb der zentrale Rohstoff für die von der Bundesregierung angestrebte post-fossile Wirtschaftsweise, die Bioökonomie. Für die Umwandlung der Biomasse weist die strombasierte, elektrochemische Konversion (Elektrosynthese) grundsätzlich interessante Potenziale auf. Vorteile von elektochemischen Oxidations- oder Reduktionsmitteln gegenüber klassischen chemischen sind u. a. milde und gut kontrollierbare Reaktionen mit hoher Selektivität. Zudem kann die stoffliche Nutzung von erneuerbarem Überschussstrom helfen, die fluktuierenden Energiequellen Wind und Sonne auszugleichen. Noch aber ist die Herstellung biobasierter Produkte mittels Elektrolyse und anderer elektrochemischer Verfahren erst wenig erforscht. Das BMEL hat deshalb den Förderaufruf „Neue Wege der Strom-basierten Konversion von biogenen Rohstoffen und der elektrochemischen Herstellung von biobasierten Produkten (Elektrosynthese)“ veröffentlicht. Gefragt sind Projektideen zu innovativen Verfahren oder Weiterentwicklungen von Prozessen der Elektrosynthese, mit dem Ziel, chemische Zwischen- und Endprodukte wie Polymermonomere, Feinchemikalien, Werkstoffe, Komposite und Materialien aus Biomasse herzustellen. Dafür können alle Arten von Biomasse inklusive biogener Rest- und Abfallstoffe zum Einsatz kommen. Die Projekte sollten zudem auch eine Aufskalierung der Verfahren erlauben.

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