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HTAI-Reihe: Bio. Innovationen. Stärken.
Von Mehrwegflaschen aus Chicoréewurzeln


Ob Chicoréewurzeln, Ananasfasern, Fischkot oder Blätter von Olivenbäumen: Bislang selten genutzte natürliche Ressourcen rücken aktuell in den Fokus von Unternehmern, Entwicklern und Wissenschaftlern. Rund 70 Teilnehmer kamen Ende September 2018 in den Frankfurter Palmengarten, um über "biobasierte Innovationen" zu sprechen, wie Dr. Carsten Ott, Abteilungsleiter Technologie & Innovation bei der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) berichtet: "Die neuen Produktionsprozesse können bereits heute im industriellen Maßstab angewendet werden."

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Dominik Wüst von der Universität Hohenheim erklärte beispielsweise, wie aus dem Inulin der Chicoréewurzel die Chemikalie Hydroxymethylfurfural (HMF) gewonnen wird. Bisher werden Basischemikalien aus Erdöl genutzt. Die Chicorée-Wurzelrübe eignet sich nicht nur deshalb so gut zur Gewinnung von HMF, weil sie ein Abfallprodukt ist, sondern "sie ermöglicht die Produktion einer höherwertigen Basischemikalie als das Äquivalent aus Erdöl", sagte Wüst. Dadurch könnten PEF-Flaschen aus dem Oxidationsprodukt des gewonnen HMF beispielsweise dünner gezogen werden, als solche aus Erdöl basiertem PET. Das spart Transportkosten und verbessert die Umweltbilanz noch weiter.

Dr. Janin Sameith, Projektleiterin für Life Sciences & Bioökonomie bei der HTAI, ergänzt: "Wie sich nachhaltig produzieren lässt, ist eine Fragestellung der Bioökonomie. Denn diese setzt auf Energie und Rohstoffe aus Pflanzen oder auch aus Mikroorganismen statt weiterhin auf fossile Rohstoffe." Unsere Ressourcen in biologischen und technischen Kreisläufen zirkulieren so lange, wie es wirtschaftlich sinnvoll erscheint und qualitativ möglich ist.


Im Innovation Lab Life in Kassel werden unter dem Begriff "Urban Farming" von der K+S AG Konzepte erforscht, die sich mit dem Anbau von Pflanzen im städtischen Raum beschäftigen. Aquaponic bezeichnet ein Zusammenspiel der Aufzucht von Fischen in Aquakulturen und der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokulturen, zum Beispiel Gemüse und Kräuter. Fische und Pflanzen nutzen sich bei dem System gegenseitig: Was die Fische ausscheiden, wird durch Bakterien aufbereitet und dient dann als Dünger für die Pflanzen. Die Pflanzen reinigen im Gegenzug das Wasser der Fische. Der Wasserverbrauch ist in diesem System deutlich geringer als bei herkömmlichen Feldern und die Pflanzen reifen schneller.

Die Veranstaltung im Frankfurter Palmengarten war die erste einer neuen Reihe der HTAI. Unter dem Titel Bio. Innovationen. Stärken. vernetzt das Technologieland Hessen mit der Veranstaltungsreihe die Treiber biobasierter Innovationen und "beschleunigt damit den Transfer technologischer Expertise in marktfähige Produkte und Technologien", so Dr. Ott. Am 28. November wird die zweite Veranstaltung zum Thema "Additive Fertigung" geplant. Alle Informationen sind online zu finden auf der Website des Technologielandes. Wie die HTAI Unternehmen dabei unterstützt, sich untereinander und mit Forschungseinrichtungen zu vernetzen, kann im aktuellen "Jahresbericht 16_17" nachgelesen werden.

>>>Technologieland Hessen
>>>Jahresbericht 16_17


Ansprechpartnerin

>>>Dr. Janin Sameith
Projektleiterin Life Sciences & Bioökonomie
Abteilung Technologie & Innovation
Telefon: +49 611 95017 8262

Bildunterschrift: Dominik Wüst von der Universität Hohenheim
Foto: Jana Kay