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Zweiter Monitoringbericht zur Energiewende in Hessen veröffentlicht

„Die Energiewende in Hessen hat weiter Fahrt aufgenommen. Noch nie wurde in Hessen mehr Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt und noch nie wurde mit jeder eingesetzten Kilowattstunde Strom so viel produziert und erwirtschaftet wie im vergangenen Jahr“, sagte der hessische Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir in Wiesbaden.
Foto: Sabrina Feige

 

„Wir sind in allen drei Bereichen der Energiewende vorangekommen: Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und bei der Energieeffizienz sind die Fortschritte deutlich. Bei der Energieeinsparung stimmt die Richtung, aber hier wäre noch einiges mehr drin.“

 

Der Monitoringbericht dokumentiert die aktuellen Entwicklungen der Energiewende in Hessen: Vom Ausbau der Erneuerbaren über die Investitionen in die energetische Gebäudemodernisierung, Beschäftigungseffekte und den Verkehrssektor bis hin zu den Energiepreisen und der Energieeffizienz. Aufgabe des Energiemonitorings ist es, auf Basis von Daten und Fakten über die Fortschritte der Energiewende in Hessen zu berichten. Das Energiemonitoring dient der Information und Transparenz sowie zur Dokumentation der Umsetzung der Energiewende. Im Rahmen des Energiemonitorings arbeiten das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die Hessen Agentur und das Hessische Statistische Landesamt eng zusammen.

 

Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Der Endenergieverbrauch in Hessen beträgt im Jahr 2015 insgesamt 777 Petajoule (PJ) bzw. 216 Terawattstunden (TWh). Gegenüber dem Jahr 2014 bedeutet dies eine Zunahme um 2,3 Prozent. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die kühlere Witterung im Vergleich zum sehr milden Vorjahr und einem damit verbundenen höheren Heizenergiebedarf zurückzuführen. Gemessen anhand des temperaturbereinigten Endenergieverbrauchs und des realen Bruttoinlandsprodukts steigt die Endenergieproduktivität als Indikator für Energieeffizienz um 1,9 Prozent gegenüber 2014, d. h. mit einer gegebenen Menge an Energie wird eine höhere Wirtschaftsleistung produziert.

Erneuerbare Energien leisten im Jahr 2015 einen Beitrag zum Endenergieverbrauch in Höhe von 18,8 TWh. Das entspricht einer Steigerung um 1,3 TWh bzw. 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 0,8 TWh bzw. 16 Prozent fiel der Zuwachs bei Strom aus erneuerbaren Energien am stärksten aus. Bei Wärme aus erneuerbaren Energien beziffert sich der Anstieg auf absolut 0,5 TWh bzw. 6 Prozent. Bei erneuerbaren Treibstoffen ist eine leichte Abnahme von 0,1 TWh bzw. - 4 Prozent festzustellen.

 

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Hessen ist weiter gestiegen. Im Jahr 2015 tragen erneuerbare Energien 6,1 TWh bzw. 16,4 Prozent zum Bruttostromverbrauch in Hessen (37,4 TWh) bei. Im Jahr 2014 waren es noch 14,4 Prozent.

 

Ende 2015 stand in Hessen eine elektrische Leistung von insgesamt 3.507,1 MW aus EEG-geförderten Anlagen zur Verfügung. Dies waren 259,6 MW bzw. 8,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden im Jahr 2015 mit diesen Anlagen 5,3 TWh Strom produziert und in das Stromnetz eingespeist. 2,1 TWh bzw. 40,4 Prozent der in Hessen durch EEG-geförderte Anlagen erzeugten Gesamtstrommenge wurden durch Windenergieanlagen erzeugt, weitere 1,6 TWh (30,3 Prozent) durch Photovoltaik-Anlagen und 1,3 TWh (23,9 Prozent) durch Biomasseanlagen.

 

Auf den Wärmesektor entfällt im Jahr 2015 mit insgesamt 290 PJ bzw. 80,5 TWh ein Anteil von 37,3 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch in Hessen. Ein Großteil davon wird in Gebäuden für die Bereitstellung von Heizwärme, Kälte und Warmwasser verbraucht. Bisher konnten bereits erhebliche Energieeinsparungen realisiert werden. So ist z. B. in Mehrfamilienhäusern der Heizölverbrauch je qm Wohnfläche von 17 Litern im Jahr 2000 auf unter 13 Liter im Jahr 2015 zurückgegangen.

 

Sie können den Monitoringbericht hier herunterladen.