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Helaba-Finanzplatzstudie „Brexit – Let’s go Frankfurt“ Frankfurter Wohnungsmarkt steht vor Brexit-Herausforderung

Die aktuelle Finanzplatzstudie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) „Brexit – Let’s go Frankfurt“ blickt in die Zukunft der Main-Metropole Frankfurt. Hierbei stehen die zu erwartenden Veränderungen, die auf das Referendum vom 23. Juni 2016 des Vereinigten Königreichs basieren, im Mittelpunkt. Die Wähler stimmten mehrheitlich für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union („Brexit“). Frankfurt sei bevorzugte Adresse für Brexit-bedingte Jobverlagerungen, ist ein Ergebnis der Helaba-Finanzplatzstudie. Die Personalentwicklung der Frankfurter Bankenwirtschaft soll mit rund 62.000 Stellen bis Ende 2018 stabil bleiben.

Foto: Adler | quadratpunkt.de

 

Unter den europäischen Finanzplätzen ist Frankfurt am Main die klare Nummer 2 hinter London. Mit zahlreichen Standortqualitäten ist die Main-Metropole ein attraktiver Finanzplatz für in- und ausländische Player und kann daher zur bevorzugten Adresse für Brexit-bedingte Jobverlagerungen werden. Folgende Vorteile sind dabei besonders hervorzuheben: Stabilität und Stärke der deutschen Volkswirtschaft, Sitz der Europäische Zentralbank (EZB), Verkehrsdrehscheibe mit guter Infrastruktur, relativ günstige Büromieten sowie eine hohe Lebensqualität. Doch mit Paris, Dublin, Luxemburg oder auch Amsterdam gibt es ernstzunehmende Konkurrenten.


Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Bereichsleiterin Volkswirtschaft/Research der Helaba, betont: „Damit Frankfurt tatsächlich zum vorrangigen Brexit-Gewinner wird, bedarf es neben mehr Selbstbewusstsein auch einem konzertierten Eintreten auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene.“


Darüber hinaus ist eine weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen wesentlich für den Erfolg. Angesichts der in mehreren Studien belegten herausragenden Positionierung Frankfurts im europäischen Finanzplatzgefüge stehen nach Ansicht der Helaba-Volkswirte die Chancen gut, dass mindestens die Hälfte der zur Disposition stehenden Finanzjobs in einem mehrjährigen Umstrukturierungsprozess von der Themse an den Main verschoben wird. Frankfurt steht damit vor der Aufgabe, die notwendigen Voraussetzungen z. B. auf dem Wohnungsmarkt zu schaffen. Unter sehr vorsichtigen Annahmen kämen über einen Zeitraum von mehreren Jahren insgesamt mindestens 8.000 Mitarbeiter nach Frankfurt. Da die Unternehmen nicht den Ausgang der Verhandlungen abwarten können, ist schon bis Ende 2018 mit einem Zuwachs von mehr als 2.000 Stellen zu rechnen.


„Dieser Brexit-induzierte Arbeitsmarkteffekt wirkt der Konsolidierung in den hiesigen Bankentürmen entgegen“, sagt die Autorin der Studie Ulrike Bischoff. Beide Effekte dürften sich innerhalb des Prognosehorizonts mehr oder minder aufheben. Am deutschen Finanzzentrum sind zum Jahresende 2018 gut 62.000 Bankbeschäftigte zu erwarten.


Foto: Adler | quadratpunkt.de