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BCG-Studie: Frankfurt gehört zu den attraktivsten Standorten für in London vertretene Finanzdienstleister

Leitende Bank-Manager spielen durch, welche Alternativen es nach dem Brexit zum Standort London für sie geben kann. Das geht aus einer Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) zu den möglichen Folgen des Brexit hervor, an der rund 360 leitende Banker aus Großbritannien, Frankreich, den USA und Deutschland teilgenommen haben.

 

Die Analyse wurde im Juni 2016 erhoben, kurz vor dem Referendum zum EU-Austritt Großbritanniens erhoben. Rund 20 Prozent der Finanzdienstleistungs-Jobs in London, so die Studie, könnten an andere globale Finanzplätze verlagert werden.

 

Frankfurt gehört zu den attraktivsten Standorten für in London vertretene Finanzdienstleister, die aufgrund des britischen EU-Austritts erwägen, ihre Geschäftsaktivitäten ins Ausland zu verlagern. Insbesondere die ökonomische und politische Stabilität in Deutschland, kombiniert mit der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, macht den Standort Frankfurt zur Top-Adresse, wie aus dieser Umfrage kurz vor dem Brexit hervorgeht.

 

14 Kriterien als Maßstab für die Attraktivität von Standorten

 

Die Bank-Manager bewerten Frankfurt unter neun globalen Finanzzentren als Alternative zur britischen Finanzmetropole am besten, gefolgt von New York und Dublin. Insgesamt wurde die Attraktivität von neun Standorten abgefragt. Neben Frankfurt, New York und Dublin sind diese: Amsterdam, Hong Kong, Luxemburg, Madrid, Paris und Singapur. Jede Stadt hat nach Ansicht der Manager unterschiedliche Stärken. Paris etwa schneidet sehr gut ab, wenn es um die Lebensqualität geht. New York wiederum kommt dann ins Spiel, wenn einige amerikanische Banken sich dazu entschieden, dem EU-Markt den Rücken zuzukehren. Die Standortattraktivität für Banken wurde anhand von 14 Kriterien erhoben – u. a. Infrastruktur, Geschäftsumfeld, Stabilität, Lifestyle-Faktoren sowie Zugang zu Märkten und Institutionen.

 

Jobverlagerungen auch in anderen Branchen

 

Bankenvertreter erwarten nach dem britischen "Nein" zur fortgesetzten EU-Mitgliedschaft nicht nur Jobverlagerungen in ihrer eigenen Branche. Sie sehen insbesondere das Dienstleistungsgewerbe und Versicherungen, aber beispielsweise auch die Pharma-Industrie und die Biotechnologie in Großbritannien
vor tiefergreifenden Umbrüchen. Deutschland sollte sich auf Jobverlagerungen aus verschiedenen Branchen vorbereiten und die Chance des Zuzugs von qualifizierten Talenten aktiv nutzen.

 

Unklarheit über Konsequenzen und langfristige Auswirkungen

 

Fast 60 Prozent rechnen mit dauerhaften Einschränkungen beim Zugang zum EU-Markt oder lang anhaltender Unsicherheit, bis die EU und Großbritannien entsprechende Vereinbarungen als Konsequenz aus dem Brexit
treffen werden. Dennoch sehen, auf Grundlage dieser Umfrage vor der Brexit-Abstimmung, die meisten Finanzdienstleister den Folgen des Brexit für die Finanzindustrie insgesamt eher gelassen entgegen.

 

Download: Infografik

 


Quelle:
The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. Weltweit erwirtschaftete BCG im Jahr 2015 mit 12.200 Mitarbeitern einen Umsatz von 5 Milliarden US-Dollar. Für weitere Informationen: www.bcg.de