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Tokio hat neuen Öko-Masterplan entwickelt

Tokio bereitet sich auf die Olympischen Sommerspiele 2020 vor. Dann will sich die Metropole in einem internationalen Gewand präsentieren und die Weltöffentlichkeit mit modernen Umweltlösungen beeindrucken.

 

Der Blick richtet sich aber auch auf die Zeit nach der Sportveranstaltung. Dies stellt ein Masterplan heraus, der kürzlich von der Stadtverwaltung präsentiert wurde. Die Schwerpunkte bilden dabei Emissionsreduzierung, Energieeffizienz, Wasserstoff und Wiederverwertung.

 

Bislang waren in Japan wirtschaftliche oder ökologische Pläne und Konzepte bevorzugt auf das Jahr 2020 ausgerichtet: Dann richtet Tokio die Olympischen Sommerspiele sowie die Paralympischen Spiele aus. Das von der Stadtverwaltung Ende März 2016 vorgestellte weitergehende Konzept "New Tokyo Metropolitan Environmental Masterplan" skizziert nun ökologische Zielvorgaben für das Jahr 2030. Demnach sollen bis 2030 die Treibhausgasemissionen der Metropole im Vergleich zu den Werten aus dem Jahr 2000 um 30 Prozent gesenkt werden.

 


Energieeffizienz, Wasserstoff und Wiederverwertung sind weitere Schwerpunkte

 

In Sachen Energieeffizienz soll ebenfalls einiges passieren. Ziel ist es, den Energieverbrauch der Metropole bis 2030 um 38 Prozent gegenüber den im Jahr 2000 registrierten Verbrauchswerten zu reduzieren. Vorläufigen Angaben zufolge lag die entsprechende Marke im Jahr 2013 bei circa 18 Prozent.

 

Nicht zuletzt sollen dazu auch "Green Buildings" beitragen. Sämtliche neuen, gewerblich genutzten Einheiten mit einer Etagengröße von mindestens 2.000 qm, bei denen der Baubeginn ab 2017 ansteht, müssen den Plänen des Ministry of Land Infrastructure, Transport and Tourism (MLIT) zufolge strengeren Energieeffizienzstandards genügen.

 

Das Highlight unter den Ökotechnologien ist Wasserstoff als Energieträger. Der Masterplan skizziert, dass im Jahr 2030 ungefähr 200.000 Brennstoffzellenfahrzeuge (Fuel Cell Vehicles, FCV) auf den Straßen der Metropole unterwegs sein werden. Dafür sollen auch die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden. Mit rund 150 Wasserstofftankstellen rechnen die Stadtplaner. Bereits bis zur Olympiade 2020 sollen die Weichen gestellt werden: Dann dürften rund 6.000 mit Wasserstoff betriebene Pkw sowie 100 Brennstoffzellenbusse im Einsatz sein.

 

Recycling steht ebenfalls im Visier der Tokioter Öko-Planer. Etwa 37 Prozent des allgemeinen Festmülls sollen im Jahr 2030 wiederverwertet werden. Im Jahr 2013 lag dieser Anteil noch um 13 Prozentpunkte niedriger. Die Müllmenge, die unverwertet den Weg zur endgültigen Entsorgung antritt, soll gegenüber dem Aufkommen von 2012 um ein Viertel reduziert werden.

 

(gtai) Von Michael Sauermost