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Forschungsleistungen zu Anti-Tumor-Immunzellen, HIV-Hemmstoff und Zika-Impfstoff prämiert

Langener Nachwuchswissenschaftspreis 2019 verliehen



V. l. n. r.: Klaus Cichutek, Kerstin Schott, Frederic Thalheimer, Cindy Nürnberger, Bürgermeister Frieder Gebhardt, Johannes Löwer © PEI
V. l. n. r.: Klaus Cichutek, Kerstin Schott, Frederic Thalheimer, Cindy ...

Langen - Zum achten Mal haben das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und der Verein zur Förderung des Langener Wissenschaftspreises den Langener Nachwuchswissenschaftspreis verliehen. Den ersten Preis teilen sich Dr. Anett Pfeiffer (29) und Dr. Frederic Thalheimer (35) für die Erzeugung antitumoraler Immunzellen in vivo. Den zweiten Preis erhält Dr. Kerstin Schott (31) für die Erforschung der Steuerung eines zelleigenen Hemmstoffs von HIV und der dritte Preis geht an Dr. Cindy Nürnberger (33) und Dr. Bianca Bodmer (28) für die Herstellung eines experimentellen Zika-Impfstoffs. Mit den Preisen werden herausragende Forschungsarbeiten gewürdigt, die zu Erstautor(in)-Publikationen in einer anerkannten Fachzeitschrift geführt haben.

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten am Montag, 11. Februar 2019, ihre Urkunden und Glückwünsche von Bürgermeister Frieder Gebhardt sowie vom Vorsitzenden des Vereins zur Förderung des Langener Wissenschaftspreises, Prof. Johannes Löwer und PEI-Präsident Prof. Klaus Cichutek.

 

Bürgermeister Gebhardt sagte bei der Übergabe der Urkunden: Wir freuen uns, mit dem Nachwuchswissenschaftspreis junge und talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern. Wir sind stolz darauf, dass sich Langen als Standort für Forschung und Lehre präsentiert und ich bedanke mich bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt, dass sie erneut diesen wichtigen Preis finanziert hat.

 

Die international hochrangige Forschung am PEI steht in direktem Zusammenhang mit den Aufgaben als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Institutspräsident Cichutek erläutert diese Verbindung: Die Komplexität der Arzneimittel in unserer Verantwortung setzt aktuelles wissenschaftliches Knowhow voraus. Dieses stellen wir durch eigene Grundlagen- und regulatorische Forschung sicher. Die Arbeiten der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger liefern exzellente Ideen für die Entwicklung und Prüfung biomedizinischer Arzneimittel.

 

Den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis teilen sich Dr. Anett Pfeiffer und Dr. Frederic Thalheimer als gemeinsame Erstautoren des Artikels "In vivo generation of human CD19-CAR T cells results in B-cell depletion and signs of cytokine release syndrome", erschienen in EMBO Molecular Medicine. Den jungen Wissenschaftlern ist es gelungen, in einem von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekt in Mäusen direkt CAR-T-Zellen zu erzeugen. CAR-T-Zellen sind Immunzellen (T-Zellen) des Körpers, die mit einem künstlichen (chimären) Antigenrezeptor (CAR) versehen werden. Seit August 2018 sind zwei CAR-T-Zelltherapeutika zur Behandlung bestimmter, bisher kaum zu behandelnder Leukämieformen beim Menschen zugelassen. Bei der Behandlung werden in einem sehr aufwendigen Verfahren, das in spezialisierten Versorgungszentren erfolgen muss, Patienten eigene T-Immunzellen entnommen, außerhalb des Körpers verändert, vermehrt und schließlich den Patienten rückinfundiert. Das von Pfeiffer, Thalheimer und Kollegen präsentierte Verfahren, bei dem die CAR-T-Zellen direkt im Körper erzeugt werden, könnte die Behandlung in der Zukunft enorm vereinfachen und wirtschaftlicher machen.

 

Der zweite Preis, dotiert mit 600 Euro, geht an Dr. Kerstin Schott. "Dephosphorylation of the HIV-1 restriction factor SAMHD1 is mediated by PP2A-B55a holoenzymes during mitotic exit" lautet der Titel der Arbeit, die in Nature Communication erschienen ist. Schott und Kolleginnen und Kollegen haben sich mit dem Restriktionsfaktor SAMHD1 befasst. Restriktionsfaktoren hemmen in Körperzellen die Virusinfektion und -vermehrung. SAMHD1kann aber noch mehr: Es ist auch an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen und Krebs beteiligt. Die Preisträgerin fand heraus, dass die SAMHD1-Aktivität in der Zelle über das Abhängen von Phosphatgruppen gesteuert wird.

 

Preisträger des mit 400 Euro dotierten dritten Preises sind Dr. Cindy Nürnberger und Dr.Bianca Bodmer. Die Forscherinnen entwickelten mit Kolleginnen und Kollegen aus dem PEIsowie mit Forschenden des Heinrich-Pette-Instituts einen experimentellen, vom Masernimpfvirus abgeleiteten Vektor-Impfstoff gegen Zikavirus-Infektionen. Die Ergebnisse wurden im Journal of Virology veröffentlicht, der Titel lautet "A measles virus-based vaccine candidate mediates protection against Zika virus in an 1 allogenic mouse pregnancy model." Zikavirus-Infektionen kommen in mehr als 80 Ländern vor und haben sich in den Jahren 2015 bis 2017 in Mittel- und Südamerika ausgebreitet. Gefürchtet ist eine Zikavirus-Infektion bei Schwangeren, weil sie zu Fehlbildungen des Gehirns beim Fetus führen kann. Trächtige Mäuse und ihre Nachkommen konnten mit dem Impfstoff vor Zikavirusinfektion und -krankheit geschützt werden.

 

  

 

Quelle: Pressemitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts

 




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