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CAPTIQ GmbH - Finanzierungs-Plattform für Akademiker

Wie ist CAPTIQ entstanden und welche Erfahrungen haben die Gründer als hessisches FinTech-Startup gemacht? Antworten geben Soraya Braun und Lorenz Beimler im Interview.

Ein Startup für Startups

Im Gespräch mit Soraya Braun und Lorenz Beimler

Braun und Beimler

Soraya Braun und Lorenz Beimler
CEOs der CAPTIQ GmbH

Frau Braun, Herr Beimler, FinTechs boomen deutschlandweit. Was ist das Besondere an Ihrer Geschäftsidee?

Soraya Braun: Die Zielgruppe. Wir wenden uns als erstes FinTech in Deutschland an Akademiker, die nach einer Finanzierung zum Beispiel für ihren Berufsstart suchen. Dazu gehören unter anderem Ärzte, Juristen und Architekten. Als Freiberufler sind sie für Banken oft schwer greifbar. Es fehlen standardisierte Prozesse. Im Vergleich zu bilanzführenden Gewerben haben sie es daher meist schwerer, an eine gute und zeitgerechte Finanzierung zu kommen. Dafür wollen wir ihnen eine Alternative bieten.

Lorenz Beimler: Der Bedarf an einer solchen Alternative ist riesig. Einerseits suchen Akademiker nach einem schnelleren und günstigeren Weg als über die Bank, um sich ihr erstes Büro oder die eigene Praxis leisten zu können. Andererseits bleiben ihnen Business Angels oder Venture Capital oft verwehrt, die sich eher an juristische Personen richten. Hier haben wir einen enormen Markt erkannt.

Was hat Sie zusammengeführt?

Soraya Braun: Wir haben uns damals im Studium an der Frankfurt University intensiv mit alternativen Finanzierungsformen beschäftigt. Anschließend hat jeder eine Zeit lang für sich gearbeitet. Dann sind wir aber relativ schnell zu unserer Geschäftsidee gekommen und haben eine GmbH gegründet.

Lorenz Beimler: Am Anfang waren wir noch stark wissenschaftlich geprägt, auf analytischer Ebene. Dadurch haben wir viel über alternative Finanzierungsformen wie Crowdfunding, Venture Capital und Business Angels gelernt.

Was hat Sie persönlich in die „alternative Finanzwelt“ geführt?

Lorenz Beimler: Mein Initialerlebnis war eine Kreditabsage eines befreundeten Kinderarztes meines Vaters durch seine Hausbank. Ich habe mich daraufhin mit verschiedenen Rechtsformen befasst und mich gefragt, welche Möglichkeiten Freiberufler wie er bei der Finanzierung eigentlich haben. So konnte ich gewissermaßen den Schmerz unserer Zielgruppe kennenlernen.

Soraya Braun: Ich komme aus dem Bereich Mergers & Acquisitions und IT-Management. Vor der Gründung war ich dafür zuständig, Investitionsprojekte zu steuern. Das ganze Geschäftsmodell zu optimieren, bereitet mir große Freude. Ich habe irgendwann erkannt, dass der erwähnte Schmerz nicht nur bei den Akademikern selbst liegt, sondern auch bei deren Beratern, die oft ihre Kunden an die Hausbank verlieren. Viele Akademiker suchen in Finanzierungsfragen qualifizierte Beratung. Andererseits stellen sich Banken durch Massenprodukte breit auf, um ihre hohen Strukturkosten auszugleichen – zu Lasten der Kunden. Mit Technologie digitalisieren wir den Kreditprozess, was Strukturkosten einspart und unsere Finanzierung günstig und schnell macht. Davon profitieren auch Berater, die uns Kunden vermitteln.

Und wer hat Ihnen bei der Gründung geholfen?

Lorenz Beimler: Wir haben Business Angels für unser Projekt gewonnen. Darüber hinaus haben wir seit dem Studium ein solides Netzwerk mit Kontakten zur Wirtschaft und zum Wissenschaftsbetrieb aufgebaut. Ein wichtiger Treiber ist das TechQuartier Frankfurt, das technologieorientierte Unternehmen unterstützt, besonders FinTech. Mit unserem neuen Büro im Mindspace TechQuartier-Floor sind wir ideal gelegen, um unser Netzwerk zu pflegen und auszubauen.

Soraya Braun: Unterstützung haben wir auch vom RKW-Hessen, der Frankfurt University und unserem Mitgründer Fincite erhalten. Dadurch sind wir nicht nur tief in die eigene Gründung und unser Geschäftsmodell eingetaucht, sondern auch in die ganze Thematik von Startups. Vorher hatten wir mit den Sorgen, die Gründer in der Startphase bewegen, nicht viel zu tun. Jetzt kennen wir den organisatorischen und bürokratischen Aufwand. Wir wissen, dass Gründer kaum Zeit für Kreditanträge haben, geschweige denn viele Bankentermine. Wir sind sozusagen ein Startup für Startups, was unsere Geschäftsidee besonders tragfähig macht. Hinzu kommen auch Anschluss- und Gerätefinanzierungen, die wir ermöglichen.

Ist Frankfurt an sich ein guter Standort für FinTechs?

Soraya Braun: Ja, allein durch die Nähe zu vielen Kunden und Großinvestoren. Als Finanzpool ist Frankfurt für FinTechs prädestiniert. Von hier aus sind wir aber auch deutschlandweit nicht eingeschränkt, sondern schnell im Norden oder Süden.

Lorenz Beimler: Der Top-Standort für FinTechs ist noch immer Berlin, aber auch Frankfurt entwickelt sich zum FinTech-Hub, zum Beispiel durch die großartige Arbeit des TechQuartiers. Für Gründer wie uns wird der Standort immer attraktiver.

Wie schätzen Sie hessenweit die Lage für FinTech-Startups ein?

Lorenz Beimler: Die FinTech-Landschaft in Hessen wächst und differenziert sich weiter aus. Die schwierigste Phase haben Startups noch in der Entwicklungszeit zwischen der Idee und der Marktreife. Für diese Phase wäre mehr Wagniskapital wünschenswert, aber auch eine schlankere Finanzierungsphase – so, wie wir sie für unsere Zielgruppe möglich machen. Das würde die vielen guten FinTech-Ideen, die aus Hessen kommen, noch mehr pushen.

Soraya Braun: Es gibt auch einen Unterschied zwischen FinTechs, die eine komplett neue Technologie auf den Markt bringen, und solchen, die Prozesse optimieren. Für die neuen Technologien stellt Hessen Fördermittel zur Verfügung, bei der Prozessoptimierung müssen die Startups derzeit andere Stützen finden. Hierbei ist es wichtig, dass die Gründer schon in der Ideenphase an die Finanzierung denken und sich frühzeitig zum Beispiel mit Business Angels in Verbindung setzen. Das können wir aus eigener Erfahrung nur empfehlen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Soraya Braun

„Wir wenden uns als erstes FinTech in Deutschland an Akademiker, die nach einer Finanzierung zum Beispiel für ihren Berufsstart suchen.“

Soraya Braun
Geschäftsführerin der CAPTIQ GmbH
Lorenz Beimler

„Frankfurt entwickelt sich zum FinTech-Hub, zum Beispiel durch das TechQuartier. Für Gründer wie uns wird der Standort immer attraktiver.“

Lorenz Beimler
Geschäftsführer der CAPTIQ GmbH

Das Angebot von CAPTIQ

Die CAPTIQ GmbH bietet eine einfache, schnelle, transparente und günstige Finanzierung für Akademiker an. Das besondere Merkmal liegt in der Finanzierung von nicht-bilanzierenden Rechtsformen, also zum Beispiel von Freiberuflern oder BGB-Gesellschaften. Finanziert werden Gründungen, aber auch Anschluss- oder Gerätefinanzierungen von 10.000 bis 1 Million Euro. Für kurzfristige Liquidität oder als Eigenkapitalquote sind auch unbesicherte Darlehen möglich. Die Finanzierung kann bequem von Zuhause oder über den Berater des Vertrauens beantragt werden – ohne Bürokratie und mit einem Finanzierungsangebot nach zwei Werkstagen.

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